Marathon

marathonKommunikation im Jahre 490 v. Chr. konnte für das Kommunikationsmittel mitunter tödlich sein. In diesem Jahr stand bei Marathon das Heer der Perser den Streitkräften Athens gegenüber. Die Geschichte und die Legende vom gleichnamigen Lauf, – Historiker gehen heutzutage davon aus, dass der Lauf so nie stattgefunden hat –, kennen wohl die meisten.
Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit gelang es den Athener Truppen das angreifende persische Heer zu schlagen. Freudetrunken schickte der siegreiche Feldherr Miltiades einen Boten ins ca. 40 km entfernte Athen, um den Sieg zu verkünden. Dort völlig erschöpft angekommen, rief er noch „Wir haben gesiegt!“, dann brach er auf dem Marktplatz tot zusammen. Um den Namen des Läufers streiten sich ebenfalls die Gelehrten. Einmal heißt er Eucles, ein anderes Mal Diomedon, auch der Name Pheidippides taucht auf, ein wahrer Wunderläufer, der wenige Tage vorher von Sparta nach Athen, immerhin 250 km, gejoggt sein solle.
Die Geschichte lehrt uns, dass erstens auch die Überbringer von guten Nachrichten in der damaligen Zeit vom Tod bedroht waren und, dass zweitens das Übermitteln per pedes eine nicht besonders ökonomische Variante der Kommunikation ist. Heute hätte Eucles wahrscheinlich eine SMS geschickt – und tausende Sportenthusiasten würden nicht durch den Stadtpark joggen.