Vita

Kindheit

1968. In Berlin toben die Studentenunruhen, in Bonn tobt der Geburtskanal von Monika Hüttenberger. Am 4. Dezember entdeckt Jens Hüttenberger die schmucklose Deckenlampe des Johanniter-Krankenhauses in Bonn. In den Folgejahren reist der junge Hüttenberger mit seiner Familie durch Deutschland und findet die Liebe seines Lebens: Borussia Mönchengladbach. Auf seinen Wunsch zieht die Familie in die Nähe des Bökelbergs.

 

Schule

1975. Beginn einer traumhaften Karriere in der Grundschule Erding, Bayern. Trauriger Höhepunkt: Verleihung der Allgemeinen Hochschulreife 1989 am Humanistischen Gymnasium Mönchengladbach.

 

Krisen

Getrieben von dem Wunsch etwas Einzigartiges zu schaffen, entwickelt der junge Hüttenberger die Relativitätstheorie der Zeichensetzung und sein eigenes arithmetisches System. Seine Lehrer verkennen den genialistischen Entwurf und reagieren mit Unverständnis und Ablehnung. Hüttenberger flüchtet in die Literatur und findet Trost in den Werken von Hassencamp, Mann, Camus, Goscinny und seiner eigenen Prosa.

 

Studium

1991. Immatrikulation an der Universität zu Köln. Studium der Fächer Afrikanistik, Philosophie und Ethnologie. Auf der Suche nach der eigenen Sprache durchleuchtet Hüttenberger die Sprachen fremder Kulturen und die sprachphilosophischen Theorien größerer Denker. Als Stipendiat bereist er ferne Länder und beendet seine Studien mit dem Werk „Zur Beziehung zwischen Sprache und Kultur anhand der Jagdterminologie im Gciriku (Kavangosprache)“. Zum Dank für sein unermüdliches Streben verleiht ihm die Universität zu Köln 1998 den Titel: Magister Artium, Meister der Künste.

 

Karriere

1999. Nach einem kurzen Intermezzo als wissenschaftlicher Mitarbeiter macht Hüttenberger die Erfahrung, dass ein Meister der Künste auch ein Meister des Broterwerbs sein sollte. Er erinnert sich an seine Talente und bewirbt sich als Texter in Werbeagenturen. Mit Erfolg. Nach einem einjährigen Trainee wird er im Millenniumsjahr Texter in der Werbeagentur Vu Compagnie. Nun schreibt er für ein größeres Publikum, das ein Interesse an Telefonen, Motorrollern, Farben und Lacken, Energie und Betten mitbringt.
2004 ändert sich seine berufliche Situation. In der neu gegründeten Agentur V/U/C/O Werbeagentur GmbH übernimmt er den Posten des Senior Texters, Konzeptioners und Kundenberaters. Marken wie Consolan und Meisterpreis werden ihm anvertraut. Zudem schaffte er es in den 7. Stock des RAG-Gebäudes.
2008 ein weiterer kleiner Schritt für die Menschheit, doch ein großer für Hüttenberger: Er macht sich selbstständig und bietet seine Dienste nun jedermann an.

 

Ruhm

2014. Sein Roman „Das Paraklet-Gesetz“ verkauft sich weltweit 3,2 Milliarden mal. Er landet in China, Vatikan-Staat, Bolivien und Nordrhein-Westfalen auf Platz 1 der Bestsellerlisten. Hüttenberger hat es geschafft. Dennoch setzt er sich nicht zu Ruhe, sondern textet weiter. Abgesehen von Aufnahme ins „Jahr der Werbung“ von Auszeichnungen wie dem Goldenen Löwe von Cannes, Effie oder ADC-Nagel verschmäht, stiftet er aus seinem Vermögen den „Kölner Vokabelmischer“, laut Eigenwerbung, „der weltweit renommierteste Kreativpreis der Branche“. Wider Erwarten gewinnt Hüttenberger den Preis 16-mal in Folge, auch wenn Kritiker unken, er als alleiniges Jury-Mitglied hätte bei der Vergabe seine Finger im Spiel.

 

Ende

2064. Hüttenberger legt seinen Stift aus der Hand, mit dem Kommentar „man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“. Die 20-Jährige, blonde Krankenschwester schenkt ihm ein Lächeln. Er lächelt altersmilde zurück.

 

Die volle Wahrheit über den Texter Jens Hüttenberger als Kurzprofil (PDF)